Einträge verstichwortet Glück

Honeckers Erben

Hallo, liebe Freunde!

 

Da ist es also passiert: Brandenburg bekommt eine rot-rote Regierung! Mit großer Fassungslosigkeit muss ich zur Kenntnis nehmen, dass die in Brandenburg bei der Wende von Bürgerrechtlern wieder gegründete SPD 20 Jahre später mit der Nachfolgepartei der SED ein Regierungsbündnis eingeht. In Zeitungskommentaren ist von „Verrat an der friedlichen Revolution“ die Rede, meine Empfindungen sind ähnlicher Art.

 

Täglich sieht man jetzt im Fernsehen die Bilder aus der Zeit des Mauerfalls, das damals empfundene Glück wird wieder gegenwärtig – und gleichzeitig ziehen „Honeckers Erben“ in die brandenburgische Regierung ein…

Ich bin sicher, dass wir 1994 nicht nach Brandenburg gekommen wären, wäre das voraussehbar gewesen.

Ich habe doch noch sehr gut in Erinnerung, wie es damals in Ostberlin aussah, in genau jener Straße, in der jetzt Stulle wohnt – man traute sich nicht, unter den Balkonen entlang zu gehen, aus Angst, sie könnten herunterstürzen, in den Häusern regnete es durch, alles war grau und trist und roch nach Schwefel… Wie die Dörfer aussahen, was die Nachbarn und Freunde aus Gumtow uns erzählt haben über die Zeit der Mangelwirtschaft und Gängelei – ich kann wirklich nicht fassen, wie vergesslich die Menschen sind, und dass sie immer noch schönen Worten und Versprechungen glauben und wieder die Kommunisten wählen…

 

Sie haben ihren Namen zweimal geändert, aber selbst wenn ich mich Elisabeth nennen würde, wäre ich längst noch keine Heilige!

 

Trost gibt´s leider nicht – eure erschütterte Renate

 

 

Kommentare (1):

Pech und Glück

Liebe Freunde,

schon in Frankreich hatte sich angedeutet, dass ich wieder Kummer mit meinen Tieren haben würde: an der Atlantik-Küste, sehr weit weg von Gumtow, erhielt ich einen Anruf  meiner Nachbarin, dass eines der Schaflämmer schwer erkrankt sei und sie eine Tierärztin habe rufen müssen; deren erste Frage sei gewesen, ob meine Schafe schon gegen die Blauzungenkrankheit geimpft worden seien – nein, in diesem Jahr noch nicht, war meine Antwort, ist aber alles schon mit meinem Tierarzt besprochen. Abends kam der nächste Anruf, sie hätten das Tier von seinen Qualen erlöst, aber die Tierärztin habe den Kadaver mitgenommen und werde ihn nach Frankfurt/O. ins Labor schicken zur Klärung der Erkrankung. Na, diese Nachrichten aus der Heimat waren ja unbedingt beruhigend.

Ich hatte meine Schafe in den letzten Tagen bei meiner Nachbarin auf die Wiese schicken dürfen, weil auf meiner nicht viel mehr Futter steht; ob das Lamm dort etwas gefressen hat, was ihm nicht bekommen ist, wird sich nach dem Bericht des Labors herausstellen. Ich hatte in keinem Moment Angst vor der Blauzungenkrankheit – woher hätte das Tier das haben sollen und außerdem wären dann alle anderen auch krank geworden, was nicht der Fall war. Im übrigen halte ich die jährlich wiederkehrende Pandemiehysterie – beginnend beim Rinderwahn über die Vogelgrippe bis hin zur Schweinegrippe – für reine Panikmache.

Ich bin sehr traurig über diese Geschichte; ich habe in diesem Jahr wirklich kein Glück mit meinen Schafen und trage mich mit dem Gedanken, sie alle abzugeben. Es ist mittlerweile ein aufwändiges Hobby geworden: Meldungen an die Tierseuchenkasse, die Impfungen, Berufsgenossenschaft, dazu das jährliche Scheren, Stroh und Futter kaufen usw. usw. Ich werde mir alles gut überlegen, schließlich habe ich die beiden alten Schafe schon 7 Jahre.

Aber meine kleinen Gänse dagegen – bei denen man mit Verlusten hätte rechnen können, denn sie vertragen keine Kälte und keine Nässe und der Juni brachte beides – hatten sich prächtig herausgemacht, alle 7 noch am Leben und dreifach so groß wie bei meiner Abreise. Auch Stella ging es beim Nachbarn Pauli sehr gut; sie spielte ein paar Stunden lang die Beleidigte, dann war alles wieder gut.

Nun habt ihr ja wieder genug von meinen Tieren gehört, es tut mir leid, wenn euch das langweilt…

Ach so, ich bin nächste Woche in Berlin, dann werde ich euch zur Abwechslung mal über diese unsere Hauptstadt berichten! Ich habe mir in den Juni ein bisschen zuviel hineingepackt, aber im Juli bin ich den ganzen Monat hier – dann geht es weiter über Mensch und Tier!

Lasst es euch gut gehen- bis später! Eure Renate

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