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Mittagsruhe in Gumtow

Hallo Freunde,

heute beschreibe ich euch mal wieder eine Szene aus meinem täglichen Leben; dazu jedoch einige Vorbemerkungen:

Die Brandenburger sind, wie ich schon mal bemerkte, die Frühaufsteher der Nation. Ich habe lange über die Gründe nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es damit zusammenhängen muss, dass es hier morgens früher hell und abends früher dunkel wird als zum Beispiel weiter westlich in Aachen (Tatsache, kein Witz); außerdem ist es eine seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägte Region, man musste also das Tageslicht nutzen, indem man früh aufstand.

Während unserer ersten Brandenburger Jahre, als wir alle zwei Wochen hierher kamen, um den Hof zu sanieren, waren wir noch berufstätig und wollten samstags und sonntags gern ausschlafen (bis 9 – ist das schlimm??). Aber unsere Helfer aus dem Dorf waren erbarmungslos und liefen schon um 7 auf dem Hof herum. Mittlerweile ist das frühe Aufstehen kein Problem mehr, aber dann möchte ich mich doch mittags gern für ein Stündchen aufs Sofa legen (auch nicht schlimm, meine ich). Meine Mittagsruhe wird grundsätzlich gestört, es kommt immer mindestens ein Anruf oder es kommt jemand ins Haus, um etwas zu bringen, zu holen oder zu fragen.

Hier also die Szene eines Versuches von Mittagspause:

Pauli, der mir oft hilft (er nimmt Stella, wenn ich verreise, mäht den Rasen usw.), hielt es für notwendig, Stella zu baden. Dazu hatte er schon morgens eine Wanne auf den Hof gestellt, damit sich das Wasser darin erwärmen könne und nicht so viel warmes Leitungswasser benötigt würde.

Ich hatte mich ausnahmsweise draußen auf die Liege gelegt, um ein wenig zu dösen, als er kam, um Stella zu baden. Ich bat darum, es später am Nachmittag zu tun, aber das wurde rundweg abgelehnt, er müsse danach noch seinen Rasen mähen.

„Ich möchte ein bisschen schlafen, Pauli“, sagte ich. „Kannst doch liegen bleiben“, sagte er und stellte Stella in die Wanne. „Kannst du mal das Wasser andrehen?“ Ich stand auf und drehte das Wasser an; ich brachte ihm auch gleich das Hundeshampoo, denn das hatte er sich auch nicht zurecht gestellt. Nun wurde Stella eingeseift und abgespült, sie ließ sich das ganz gern gefallen. „Die Handtücher habe ich im Tankraum zurecht gelegt,“ erklärte ich ihm. „Die kann in der Sonne trocknen,“ meinte er. „Nein, das geht nicht,“ so ich, stand auf und holte die Handtücher; Stella schüttelte sich, so dass im Umkreis von 2 m alles besprüht wurde, ich rubbelte meinen Hund ab, der sich danach in die Sonne legte und ich mich wieder auf meine Liege. Es war eine sehr entspannte Mittagsruhe. Jeden Tag geht es so oder ähnlich.

Euch sei mehr Muße gegönnt – eure Renate

P.S. Als ich neulich von meiner Reise aus Westfalen zurück kehrte, las ich bei Marienborn an der Autobahn, wo früher mal die Zonengrenze verlief und heute Sachsen-Anhalt beginnt, ein Schild: „Willkommen im Land der Frühaufsteher“ – wohl wahr!

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Frühaufsteher

Meine Lieben,

ich hab´ wieder ein Familienwochenende hinter mir – mit 5 Kindern (1 wildes fremdes dabei), ihren Eltern und schlechtem Wetter an diesem letzten Märzwochenende! Ich freue mich bestimmt immer, wenn die Berliner hier einfallen, aber diesmal war es wirklich grenzwertig. Bei schönem Wetter merkt man die Kinder kaum, aber es hat genieselt und geregnet, was das Zeug hielt, die Kinder, ihre Schuhe, ihre Kleidung, alles nass und matschig und dann immer hinein und hinaus. Von der lieben warmherzigen Großmutter wird verständnisvolles Lächeln vorausgesetzt, dieser Erwartung bin ich auch größtenteils nachgekommen, wenn´s auch zuweilen schwerfiel, zum Beispiel, als ich bemerkte, dass meine guten Handschuhe als Torwarthandschuhe benutzt und nun reif für die Mülltonne waren.

Zu dritt haben die Großen im Schlafzimmer geschlafen, morgens um 6 waren sie wach und haben derart getobt, dass ich glaubte, meine Betten seien reif für den Sperrmüll.

Ich schlief mit den Kleinen im Gästezimmer. Lange Zeit vermisse ich schon die Schlafgeräusche eines anderen Menschen neben mir, aber das Atmen eines Mannes ist nicht zu vergleichen mit den Schnuller-Schmatzgeräuschen von Kleinkindern – auch um 6 Uhr wach -.

Für jemanden, der nun schon etliche Jahre in Brandenburg lebt, ist frühes Aufstehen eine leichte Übung, die Brandenburger sind nämlich die Frühaufsteher der Nation, das färbt im Laufe der Jahre ab.

Beim Bäckerwagen holte ich 20 Brötchen und 15 Knüppel und natürlich Kuchen (währenddessen hatte Hannah die Seife im Bidet zerquetscht, aufgelöst und weggespült) und war schon kaputt, bevor die Herrschaften Eltern gähnend erschienen – aber allen anderen ging´s gut – das hat die warmherzige liebe Großmutter doch gut gemacht, oder?

Es ist das Salz der Erde, glaubt´s mir, eure Renate

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