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Stella

Hallo meine lieben Freunde,

ich denke, dass es angemessen ist, meiner guten Stella einen eigenen Bericht zu widmen. Sie wird in dieser Woche 10 Jahre alt, sie ist fast auf den Tag genau so alt wie unser ältester Enkel Ben.

Ich bekam sie einst als Welpen zum Geburtstag, ein tollpatschiges schwarz-braun-gelbes Wuschelknäuel, eine Mischung aus Retriever, Rottweiler, Husky, Schäferhund und und …. In den ersten Wochen glaubten wir, sie könne nicht bellen und waren froh, als wir es zum ersten Mal hörten. Auch jetzt bellt oder knurrt sie nur wenig, das ist sehr angenehm. Sie ist insgesamt ein sehr ruhiger Hund, am liebsten liegt sie im Hof, weiß ihre Menschen um sich herum und ist zufrieden (und leider auch sehr verfressen).

Sie musste in den nun fast 10 Jahren ihres Hundelebens zunächst Ben, später Dita und nun einige Jahre später Hannah und Till mit „großziehen“. Alle vier waren von Anfang an verrückt nach ihr; sobald sie krabbeln konnten, hatte sie keine Ruhe mehr vor ihnen, da wurde gestreichelt – gezwickt – gestreichelt – getreten – gestreichelt – geschubst usw. usw. Als Ben und Dita aus dem Gröbsten heraus waren, kamen Hannah und Till noch hinterher, sie reagierte anfangs durchaus genervt… muss das sein, schon wieder solche Kröten…, aber sie liebt und beschützt die Kinder und würde sie niemals beißen, sie gehören eben zum Rudel.

Wenn die Glocken abends um 6 Uhr läuten, bekommt sie ihr Futter. Je nachdem, welches Kind da ist, macht es ihr das Futter mit meiner Hilfe fertig, sogar Hannah und Till können das schon. Till legt sich dann neben den Napf und schmeißt alle Brocken, die ihr beim Schlingen danebenfallen, wieder hinein .. sie knurrt nicht einmal .., welcher Hund lässt sich das gefallen?

Aber sie wäre auch durchaus in der Lage, ihre Menschen zu verteidigen, sollte das nötig werden. Sie ist ein großer, wuchtiger, Respekt einflößender Hund, dazu ein sehr schönes Tier. Sogar in Berlin, wo es Unmengen von Hunden gibt, wird man auf sie angesprochen. „Was ist das denn für eine Rasse?“ werden wir oft gefragt. „Ein Brandenburger“, sagen wir dann (schließlich gibt es ja auch Münsterländer).

Sie ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen – Gewitter oder Silvesterknaller machen ihr nichts aus. In Berlin fährt sie, obwohl Landei, mit großer Seelenruhe Straßen- und U-Bahn oder Lift. Das sie auch anders als sanftmütig sein kann, erlebt man, wenn sie auf andere Hündinnen trifft…

Sie liebt wie viele Menschen auch einen festen Tagesablauf: morgens raus in den Garten, danach eine Leberwurststulle, nach dem Frühstück Spaziergang und anschließend ein Stück Pansen, abends beim Glockenläuten … siehe oben.

Aber am liebsten fährt sie Auto …

Pauli, der sie nimmt, wenn ich fort muss, nennt sie nur „Madam“ und ich sage oft „Dicke“ zu ihr. Sie schläft in einem sehr großen Korb unter der Treppe, ich höre sie nachts schnarchen, für mich ein sehr vertrautes Geräusch. Ohne sie wäre es viel zu still und noch ein Stück einsamer… ich kann nur hoffen, dass ich sie noch ein paar Jahre habe.

Macht´s gut, eure Renate

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Mittagsruhe in Gumtow

Hallo Freunde,

heute beschreibe ich euch mal wieder eine Szene aus meinem täglichen Leben; dazu jedoch einige Vorbemerkungen:

Die Brandenburger sind, wie ich schon mal bemerkte, die Frühaufsteher der Nation. Ich habe lange über die Gründe nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es damit zusammenhängen muss, dass es hier morgens früher hell und abends früher dunkel wird als zum Beispiel weiter westlich in Aachen (Tatsache, kein Witz); außerdem ist es eine seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägte Region, man musste also das Tageslicht nutzen, indem man früh aufstand.

Während unserer ersten Brandenburger Jahre, als wir alle zwei Wochen hierher kamen, um den Hof zu sanieren, waren wir noch berufstätig und wollten samstags und sonntags gern ausschlafen (bis 9 – ist das schlimm??). Aber unsere Helfer aus dem Dorf waren erbarmungslos und liefen schon um 7 auf dem Hof herum. Mittlerweile ist das frühe Aufstehen kein Problem mehr, aber dann möchte ich mich doch mittags gern für ein Stündchen aufs Sofa legen (auch nicht schlimm, meine ich). Meine Mittagsruhe wird grundsätzlich gestört, es kommt immer mindestens ein Anruf oder es kommt jemand ins Haus, um etwas zu bringen, zu holen oder zu fragen.

Hier also die Szene eines Versuches von Mittagspause:

Pauli, der mir oft hilft (er nimmt Stella, wenn ich verreise, mäht den Rasen usw.), hielt es für notwendig, Stella zu baden. Dazu hatte er schon morgens eine Wanne auf den Hof gestellt, damit sich das Wasser darin erwärmen könne und nicht so viel warmes Leitungswasser benötigt würde.

Ich hatte mich ausnahmsweise draußen auf die Liege gelegt, um ein wenig zu dösen, als er kam, um Stella zu baden. Ich bat darum, es später am Nachmittag zu tun, aber das wurde rundweg abgelehnt, er müsse danach noch seinen Rasen mähen.

„Ich möchte ein bisschen schlafen, Pauli“, sagte ich. „Kannst doch liegen bleiben“, sagte er und stellte Stella in die Wanne. „Kannst du mal das Wasser andrehen?“ Ich stand auf und drehte das Wasser an; ich brachte ihm auch gleich das Hundeshampoo, denn das hatte er sich auch nicht zurecht gestellt. Nun wurde Stella eingeseift und abgespült, sie ließ sich das ganz gern gefallen. „Die Handtücher habe ich im Tankraum zurecht gelegt,“ erklärte ich ihm. „Die kann in der Sonne trocknen,“ meinte er. „Nein, das geht nicht,“ so ich, stand auf und holte die Handtücher; Stella schüttelte sich, so dass im Umkreis von 2 m alles besprüht wurde, ich rubbelte meinen Hund ab, der sich danach in die Sonne legte und ich mich wieder auf meine Liege. Es war eine sehr entspannte Mittagsruhe. Jeden Tag geht es so oder ähnlich.

Euch sei mehr Muße gegönnt – eure Renate

P.S. Als ich neulich von meiner Reise aus Westfalen zurück kehrte, las ich bei Marienborn an der Autobahn, wo früher mal die Zonengrenze verlief und heute Sachsen-Anhalt beginnt, ein Schild: „Willkommen im Land der Frühaufsteher“ – wohl wahr!

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