Einträge verstichwortet Berlin

Heißes Pflaster Berlin

Hallo Freunde, es geht weiter!

Wie schon angedeutet, war ich letzte Woche in Berlin (im Juni war ich nur wenige Tage in Gumtow, der Garten sieht dementsprechend aus). Es war gutes Wetter und dann könnte man glauben, dass sich alle Berliner nur in den Straßencafés und Kneipen aufhalten. Sobald die Temperatur über 5° steigt, sitzen sie auf den Bürgersteigen, trinken Kaffee jeder Sorte und reden, reden, reden… und in diesen Tagen war die Temperatur eher bei 30°…

Insgesamt geht es sehr locker zu, man wird nicht neugierig beäugt, man kann sich kleiden wie man möchte – und viele bringen aus ihren Kleiderschränken unglaubliche Kombinationen zum Vorschein; es ist nie langweilig in Berlin, da gibt es viel zu sehen und alles wird toleriert …

Ich war zu einer Generalüberholung im Krankenhaus und wurde dort sehr verwöhnt. Es ist ein ganz altes, liebevoll saniertes Haus und ich lag am Ende eines langen Ganges in einem Einzelzimmer wie Schneewittchen hinter den sieben Bergen.

Morgens ging es los mit dem Fieberthermometer, das ist immer so, dann kam das Frühstück mit der Morgenzeitung, freundliche Nachfrage wie es geht, dann musste ich auf Wanderschaft durchs Haus, mal zum Blut abnehmen, mal zum EKG, zum Ultraschall usw. Das einzige Problem, was ich hatte, war, mich in dem großen Gebäude zurecht zu finden; mein Orientierungssinn ist gleich null.

Es war, wie schon gesagt, in diesen Tagen sehr heiß, auch die Nächte wurden nicht erträglicher. Ich hatte das Fenster weit geöffnet und lauschte den Geräuschen der Stadt; dabei wurde mir bewusst, dass ich plötzlich keine Verantwortung hatte, nicht einmal für mich selbst. Sonst gehe ich spät abends immer noch mit Stella den Gartenweg hinauf zu den Schafen, deren dunkle Umrisse in der Dämmerung zu sehen sind. Sie schlafen immer im Freien, auch im Winter; jetzt gehen sie nur tagsüber in den Stall, dort ist Schatten.

Die Gänse verhalten sich in Dunkeln ganz still. Sie registrieren alles, da bin ich sicher, denn eine hält immer Wache. Ob ihr kleiner geschlossener Unterstand den Angriffen eines Fuchses gewachsen wäre, weiß ich nicht. Aber ich habe immer alle Fenster geöffnet und hoffe, dass ich das Geschehen bemerken würde. Auf das alles brauchte ich im Krankenhaus nicht zu achten – nicht die Türen zu kontrollieren, das Hoftor abzuschließen, nichts… Aber nachdem ich mich drei Tage lang ausgeruht hatte (von was?), wurde es auch Zeit, wieder aktiv zu werden und  noch etwas von Berlin, dieser lebendigen Stadt, die ich so liebe, mitzubekommen.

Wie ich schon einige Male erwähnte, wohnen meine beiden Kinder mit ihren Familien am Prenzlauer Berg, dort herrscht ein besonderes Flair. Außerdem (oder gerade deswegen?) ist es der kinderreichste Bezirk Deutschlands (oder sogar Europas?). Mütter mit Kinderwagen, schwangere Frauen, Kinder jeden Alters füllen die Straßen (und, siehe oben, die Straßencafés).

Einen Nachmittag verbrachten wir auf dem Balkon von Stulles und Emmis Wohnung, den nächsten in Angelas und Hardys Schrebergarten, weil es dort kühler ist. Es wurde gegrillt und für die Kinder (es waren nur Hannah und Till dabei) hatten wir zwei kleine Planschbecken aufgestellt, ihr könnt euch vielleicht vorstellen, was das für ein Gekreische und Herumspritzen war!

Dann wurde ich doch wieder unruhig – Gumtow rief – .

Und als ich diesmal zurückkam, war alles in bester Ordnung, jetzt bleibe ich erst mal hier!

Wo ist es im Sommer schöner als hier??

Ich wünsche euch, dass ihr es auch so schön habt wie ich,

aber ich wünsche euch auch, dass ihr nicht allein seid.

Schlaft gut, eure Renate

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Telefonisches Abendprogramm

Hallo, ihr lieben Leute!

In letzter Zeit klingelt sehr häufig, wenn ich vor dem Fernseher sitze, mein Telefon. Das ist ja eigentlich nichts Ungewöhnliches, aber in diesem Fall ist immer eine ältere Dame am Apparat, die sich verwählt hat. Wenn im Abstand von 3 – 4 Minuten dein Telefon klingelt und du erklären musst, wer du bist und wo du wohnst, kannst du die Glotze gleich ausmachen, weil du beim Krimi sowieso nicht mehr folgen kannst. Ich bleibe aber ganz ruhig und geduldig. Sie heißt Frau Kupfer und wohnt im Nachbardorf und will ihre Freundin anrufen, aber das kriegt sie nun nicht hin.

Schließlich fragte ich sie: „Wie heißt denn Ihre Freundin?“

„Frau Thea Müller“, kam die Antwort, „die wohnt auch hier“. Ich ging zum Telefonbuch und suchte die Nummer von Frau Müller heraus und rief sie an. „Frau Müller, tun Sie mir einen Gefallen und rufen Sie bitte ihre Freundin Frau Kupfer an, die versucht ständig, Sie zu erreichen und landet bei mir.“

„Das mach´ ich gleich“, kam die Antwort und da danach Ruhe herrschte, wird´ s  wohl geklappt haben.

Aber fast jeden Abend, wenn das Telefon klingelt und ich in freudiger Erwartung eines Anrufes meiner Familie oder von Freunden zum Hörer greife, höre ich schon: „Ach ´ne, hab´ich mich schon wieder verwählt, entschuldigen Sie bitte..“

„Frau Kupfer“, kommt dann meine Antwort, „Sie müssen die 73309 wählen!“

„Wie war das noch??“

„73309!“

„Danke, ich versuch´ das gleich.“

Das Telefon klingelt. „Frau Kupfer, letzter Versuch: 73309!“ „Danke – und seien Sie mir nicht böse, kommen Sie mich doch mal besuchen.“

Das werde ich bald tun, um herauszufinden, warum ihr niemand beim Telefonieren hilft.

Denkt daran: Auch ihr werdet mal alt! Eure Renate

P.S. Heute Abend bis jetzt (20 Uhr)  7 Anrufe! (Und als ich neulich aus Berlin zurückkam, hatte ich 24 (in Worten: vierundzwanzig!!) Anrufe auf dem AB!

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Grüne Woche

Hallöchen !

Am Wochenende war ich in Berlin. Tochter Angela wollte, dass ich mit zur Grünen Woche komme. Ich hab´ in Berlin gewohnt und lebe nun schon einige Jahre hier, aber mit einem Besuch der Grünen Woche hat´s nie geklappt. Also Freitagnachmittag auf zum Prenzlauer Berg! Am Samstag wollten wir dann los: Angela angeschlagen, Enkelin Dita ebenfalls, Enkel Ben wollte zu einem Freund und Schwiegersohn Hardy fragte, ob ich eine Hundeleine mithätte für Enkel Till, Kinder würden bei der Grünen Woche immer mal verloren gehen … mir grauste vor dem berüchtigten Gedränge …, also blieben wir in der Wohnung,  Angela und Dita schliefen sich fit, Ben ging zu seinem Freund, Hardy und Till gingen spazieren und ich schmückte den Weihnachtsbaum ab. Abends haben wir lecker gekocht und uns viel erzählt … auch schön, oder?

Sonntag bin ich dann zurückgefahren nach Gumtow (mit dem Zug bis Kyritz). Hardy hatte mir die Abfahrtszeiten ausdrucken lassen; unten steht tatsächlich: fährt nicht von März bis Juni!!
Wo gibt´s denn so was?

Muss mich erst mal ärgern, bis bald, Renate

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Neues aus Gumtow

Hallo Leute!

Ihr kennt Gumtow nicht?? Dann schlagt mal schnell eure Autokarte auf und schaut bei der A 24 Hamburg – Berlin nach. Da gibt es z.B. die Abfahrt Neuruppin, von dort fahrt ihr mit dem Finger runter, bis ihr Kyritz findet. Das ist „Kyritz an der Knatter“! Jetzt seht ihr auch die B 5, die von Kyritz nach Perleberg verläuft, und an dieser B 5, die früher mal die Transitstrecke zwischen Hamburg und Berlin war, liegt Gumtow, ein kleines Dorf in der Prignitz. Wenn mein Enkel mich ärgern will, sagt er: „Oma, Gumtow ist doch nur eine Kreuzung mit Namen“ – ein bisschen mehr ist es aber doch!

Die Gegend hier ist nicht spektakulär, nichts für die Liebe auf den ersten Blick, aber wenn im Frühjahr und Herbst die Wildgänse und Kraniche über den weiten Himmel ziehen, erschauerst du, wirst von Wehmut und Seelenschmerz ergriffen, aber auch von Freude.

Es ist ein Land für Aussteiger oder für Aufsteiger, je nachdem, ob du dir Träume erfüllen oder Visionen wahr werden lassen willst. Wir sind hier, weil wir uns einen Traum erfüllt haben.

Darüber erzähl´ ich euch bald mehr! Eure Renate

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