Archiv für Leben auf dem Hof
18. Oktober 2009
· Gespeichert unter Allgemeines, Leben auf dem Hof, Rund um Gumtow · Tagged Baumaßnahme, Fundamente, Holzstall, Kyritz, Mosterei, Obsternte, Sportkameradin, Walnüsse
Liebe Freunde,
die Obsternte haben wir während des Monats September erledigt: Mit Paulis Hilfe wurden ca. 10 Zentner Birnen und Äpfel gepflückt, die wir in 3 Touren nach Kyritz zur Mosterei brachten. 120 Flaschen Saft habe ich schon mit nach hier genommen, ca. 600 Flaschen – dazu zählt auch ein Restbestand aus den vergangenen Jahren – kann ich in den nächsten Monaten noch holen – das wird wohl für die Berliner Kinder und Enkel reichen??
Wir haben auch schon Körbeweise Walnüsse aufgesammelt, es liegen aber noch große Mengen Nüsse unter dem Baum.
Zum Herbst gehört es leider auch, dass meine wunderschönen Gänse demnächst geschlachtet werden müssen, ich mag gar nicht daran denken; es fällt so schwer, wenn man sie mit Mühe und Fürsorge großgezogen hat. Eine Sportkameradin aus einem Nachbarort wird diese Arbeit für mich erledigen, ich kann das nicht.
Des weiteren lasse ich zur Zeit den alten baufälligen Holzstall neu errichten, die Fundamente wurden schon gegossen. Freundin Antje aus Kyritz meinte, ich würde ja genau so weitermachen wie Jens früher, aber dies ist garantiert die letzte Baumaßnahme hier…
Lasst es euch gut gehen! Eure Renate
11. Oktober 2009
· Gespeichert unter Leben auf dem Hof, Rund um Gumtow · Tagged Arbeitskleidung, Büsche und Sträucher, Erdbeerpflanzen, Gemüsegarten, Mittagessen, Orgelbühne, Orgelmusik, Register, Ritter Kahlbutz, verwesen, Wein
Hallo Freunde,
am Wochenende hatte ich Besuch von Hardys Eltern. Der Vater ist Pfarrer, die Mutter Kirchenmusikerin gewesen, ich erzählte schon einmal von ihrem schönen Orgelspiel. Kaum waren sie auf dem Hof angekommen, stürzten sie sich in Arbeitskleidung und in den Garten. Ich war vollkommen verblüfft, aber sie erklärten, es solle Regen geben und Eile sei geboten. Hardy hatte ihnen wohl erklärt, was hier alles im Argen liegt. Heiner hat in kürzester Zeit den Wein und alle Büsche und Sträucher um die Scheune herum beschnitten und die abgeschnittenen Äste zu den Schafen transportiert, und Ruth quälte sich im sog. Gemüsegarten mit den Erdbeerpflanzen herum. Beim Mittagessen fing es dann tatsächlich zu regnen an, und sie waren sehr befriedigt, es richtig gemacht zu haben. Danach machten wir einen ausgiebigen Mittagsschlaf, den sie sich im Gegensatz zu mir auch redlich verdient hatten.
Am späteren Abend sind Ruth und ich in der Kirche gewesen (ich habe einen Schlüssel), und Ruth hat für mich einige Stücke gespielt. Es gibt für mich leider sehr unmusikalischen Menschen kaum etwas Schöneres als Orgelmusik; ich saß neben Ruth oben auf der Orgelbühne, genoss die Klangfülle und ließ mir am Schluss die verschiedenen Register erklären.
Heute (Sonntag) haben wir den Ritter Kahlbutz in Kampehl besucht, das ist der arme Kerl, der nicht verwesen kann. Besucht ihn mal, es ist sehr interessant, seine Geschichte zu hören!
Es war ein harmonisches Wochenende mit Ruth und Heiner, wir hatten uns viel zu erzählen, weniger über die Familie, sondern mehr über alles, was in der Welt so vor sich geht (und da gibt es allerhand!).
Ich hoffe, dass ihr auch – trotz des ekelhaften Wetters – zufrieden mit dem Wochenende sein konntet. Ich wünsche euch den Frieden der Nacht – wie immer eure Renate
22. August 2009
· Gespeichert unter Leben auf dem Hof · Tagged Dachboden, Ehrenamt, Muße, Speicher, Speis, Steckdose
Hallo Freunde!
Ich habe jetzt eine Woche familienfrei gehabt, aber trotzdem keine Muße, es waren Veranstaltungen im Dorf im Rahmen meiner kleinen Ehrenamte… ihr wisst schon, Kirchengemeinde und Volkssolidarität, zum Sport konnte ich auch wieder. Nächste Woche kommen noch mal Enkel – Ben und Dita – und zum Wochenende hin als Krönung der Ferienbesuche Stulle mit Hannah und Emmi und deren liebe hessische Eltern. Danach gehen die Ferien zu Ende und ich muss mich dann wohl oder übel wieder an das Alleinsein gewöhnen.
Neulich hatte Angela mit Till auf dem Dachboden (wir nennen ihn Speicher) nach etwas gesucht; Till hatte dabei einen alten sog. „Kassettenrecorder“ gefunden, der unserer Meinung nach kaputt und eigentlich schrottreif war; Speis von Maurerarbeiten klebte noch an ihm. Till durfte das ca. 35 Jahre alte Ding mit zu der Steckdose auf der Terrasse nehmen. Es ist schon erstaunlich, wie geschickt der Kleine schon ist (2 ¼, ich erwähnte es schon mal). Er konnte mit der einen Hand den Deckel der Steckdose anheben und mit der anderen Hand den Stecker einstecken. Dann drehte er an allen Knöpfen und Schaltern, die der Kassettenrecorder hat, nichts tat sich. Aber plötzlich dröhnte laute Musik über den Hof! Tills entgeistert-entsetztes Gesicht hättet ihr sehen müssen! Er schoss hoch und hielt sich die Ohren zu: „laut…“ Von nun an hatten wir jeden Tag schöne Musik auf der Terrasse!
Macht´s gut, bis bald, eure Renate
20. August 2009
· Gespeichert unter Leben auf dem Hof · Tagged August, Frieden, Gewitter, Himmel, Internet, Milchstraße, Rotwein, Sterne, Terrasse, Verbrecher, Wetterleuchten, Zweisamkeit
Guten Abend, ihr Lieben alle!
Ich habe eben noch im Dunkeln mit einem Glas Rotwein auf der Terrasse gesessen und den Sternenhimmel bewundert. Die Milchstraße ist jetzt im August besonders deutlich zu erkennen; je dunkler es wurde, um so deutlicher waren die Sterne zu sehen, der Himmel war unglaublich schön, die Luft warm, ein lauer Wind wehte. Es soll der heißeste Tag des Jahres gewesen sein, Gewitter sind gemeldet, im Westen war schon Wetterleuchten zu erkennen. Meine treue Begleiterin Stella lag bei mir. Ich glaube, sie würde bei der Wärme gerne mal nachts draußen schlafen, aber ich möchte sie lieber bei mir im Haus haben. Eine Bekannte schrieb mir, sie sei erstaunt, dass ich im Internet so freimütig über mein Leben erzähle, das sei doch gefährlich, „es gebe nirgendwo so viele Verbrecher wie im Netz“. Was soll mir geschehen? Das Schlimmste, was passieren konnte, ist doch schon passiert …
Außerdem… den Rotwein allein auf der Terrasse trinken zu müssen, ist schon schlimm genug!
Ich wünsche euch Zweisamkeit und den Frieden der Nacht! Eure Renate
2. August 2009
· Gespeichert unter Leben auf dem Hof, Über Mensch und Tier · Tagged Friesack, Hotel, Schulkinder, Sporthaus, Versailles, Wort zum Sonntag
Hallo, meine lieben Freunde!
In einem Moment des Atemholens – 2 Tage ohne Besuch – schreibe ich euch. Jetzt in der Ferienzeit kommen alle mal vorbei, und ich bin sehr dankbar dafür. Da wird das Bettwäsche wechseln, das Kochen und ständige Aufräumen zur Nebensache, es zählt, dass ich nicht allein bin, die Zuneigung der Enkelkinder spüre, Neues erfahre, Freundschaften pflegen und erhalten kann. Was zählt im Leben? Sind es nicht diese Dinge, die Verbindung zu anderen Menschen? – Na, lass mal gut sein, Renate, dies ist nicht das Wort zum Sonntag…
In Gumtow ist es jetzt unglaublich schön, das frische Grün des Frühjahrs ist in das satte und üppige Grün des Sommers übergegangen, die Bäume hängen voller Früchte, jeder Tag wird überwiegend auf der Terrasse verbracht, die Tiere sind gesund (die einst kleinen Gänse sind jetzt schon größer als ihre Mutter Clara, das ist wie in vielen Menschenfamilien, bald werden sie auch Vater Kurt einholen, alle sieben leben noch, ganz einfach toll).
In der letzten Woche war Dita einige Tage allein bei mir, es war sehr schön mit ihr. Am Sporthaus war eine Betreuung für Schulkinder, sie durfte mit dorthin und fand es schön. Dann kamen Angela und Till noch dazu. Der Kleine (2 ¼ Jahre) spricht jetzt immer besser, mich nennt er „Moma“. Morgen kommen Stulle und Hannah (2 ½, sagt schon „Oma Nate“) für ein paar Tage, dann noch Gerald und Lydia aus Elspe, aber die beiden sind nur auf der Durchreise, sie machen Urlaub in der Nähe von Friesack, das ist nicht weit von hier, wir werden uns öfter treffen.
Ich freue mich auch schon auf den Besuch einer Schulfreundin von Angela, die in Versailles lebt, sie kommt in der nächsten Woche mit ihrem Mann und den beiden Kindern…, es ist schon was los hier, wie werde ich mich fühlen, wenn die Urlaubszeit vorbei ist?
Noch nicht dran denken, erst mal alles nehmen wie es kommt! Ich hoffe, dass ihr auch eine schöne Zeit habt, bis bald, eure Renate
16. Juli 2009
· Gespeichert unter Leben auf dem Hof · Tagged ausschlafen, berufstätig, Brandenburger, Frühaufsteher, Handtücher, Hof sanieren, Hundeshampoo, Leitungswasser, Liege, Mittagspause, Tageslicht, Wanne, Zonengrenze
Hallo Freunde,
heute beschreibe ich euch mal wieder eine Szene aus meinem täglichen Leben; dazu jedoch einige Vorbemerkungen:
Die Brandenburger sind, wie ich schon mal bemerkte, die Frühaufsteher der Nation. Ich habe lange über die Gründe nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es damit zusammenhängen muss, dass es hier morgens früher hell und abends früher dunkel wird als zum Beispiel weiter westlich in Aachen (Tatsache, kein Witz); außerdem ist es eine seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägte Region, man musste also das Tageslicht nutzen, indem man früh aufstand.
Während unserer ersten Brandenburger Jahre, als wir alle zwei Wochen hierher kamen, um den Hof zu sanieren, waren wir noch berufstätig und wollten samstags und sonntags gern ausschlafen (bis 9 – ist das schlimm??). Aber unsere Helfer aus dem Dorf waren erbarmungslos und liefen schon um 7 auf dem Hof herum. Mittlerweile ist das frühe Aufstehen kein Problem mehr, aber dann möchte ich mich doch mittags gern für ein Stündchen aufs Sofa legen (auch nicht schlimm, meine ich). Meine Mittagsruhe wird grundsätzlich gestört, es kommt immer mindestens ein Anruf oder es kommt jemand ins Haus, um etwas zu bringen, zu holen oder zu fragen.
Hier also die Szene eines Versuches von Mittagspause:
Pauli, der mir oft hilft (er nimmt Stella, wenn ich verreise, mäht den Rasen usw.), hielt es für notwendig, Stella zu baden. Dazu hatte er schon morgens eine Wanne auf den Hof gestellt, damit sich das Wasser darin erwärmen könne und nicht so viel warmes Leitungswasser benötigt würde.
Ich hatte mich ausnahmsweise draußen auf die Liege gelegt, um ein wenig zu dösen, als er kam, um Stella zu baden. Ich bat darum, es später am Nachmittag zu tun, aber das wurde rundweg abgelehnt, er müsse danach noch seinen Rasen mähen.
„Ich möchte ein bisschen schlafen, Pauli“, sagte ich. „Kannst doch liegen bleiben“, sagte er und stellte Stella in die Wanne. „Kannst du mal das Wasser andrehen?“ Ich stand auf und drehte das Wasser an; ich brachte ihm auch gleich das Hundeshampoo, denn das hatte er sich auch nicht zurecht gestellt. Nun wurde Stella eingeseift und abgespült, sie ließ sich das ganz gern gefallen. „Die Handtücher habe ich im Tankraum zurecht gelegt,“ erklärte ich ihm. „Die kann in der Sonne trocknen,“ meinte er. „Nein, das geht nicht,“ so ich, stand auf und holte die Handtücher; Stella schüttelte sich, so dass im Umkreis von 2 m alles besprüht wurde, ich rubbelte meinen Hund ab, der sich danach in die Sonne legte und ich mich wieder auf meine Liege. Es war eine sehr entspannte Mittagsruhe. Jeden Tag geht es so oder ähnlich.
Euch sei mehr Muße gegönnt – eure Renate
P.S. Als ich neulich von meiner Reise aus Westfalen zurück kehrte, las ich bei Marienborn an der Autobahn, wo früher mal die Zonengrenze verlief und heute Sachsen-Anhalt beginnt, ein Schild: „Willkommen im Land der Frühaufsteher“ – wohl wahr!
21. April 2009
· Gespeichert unter Leben auf dem Hof, Über Mensch und Tier · Tagged Beschützer- und Aufpasserrolle, Fuchs, Muttertier, Naturschutzgebiet, Ostwind, Teich, Tierarzt, Umzugskarton, Waldbrandgefahr
Hallo, liebe Freunde,
das Wetter ist immer noch traumhaft schön, auch der tagelange eklig-kalte Ostwind hat nachgelassen. Zwar wurde Regen gemeldet, der fällt aber hier in der Prignitz wahrscheinlich nicht. Trotz des langen feuchtkalten Winters ist die Erde schon wieder ganz ausgetrocknet, Rhabarber und neu angepflanzte Sträucher müssen täglich gegossen werden, wir haben auch schon Waldbrandstufe IV (Betreten der Wälder verboten).
Stulle und Hannah waren ein paar Tage bei mir, die kleine Prinzessin hat uns beiden ganz schön auf Trab gehalten. Die Hauptaufsicht hatte ich, Stulle hatte sich einige Arbeiten vorgenommen und auch durchgeführt. Unter anderem hat er den Teich in der Schafwiese auf drei Seiten eingezäunt, so dass die Schafe zwar noch trinken, aber nicht rundherum alles kahl fressen können; der Teich trägt jetzt die Bezeichnung „NSG Jens-See“ – das hat doch was!
Der Garten ist ein Traum, ein einziges Blütenmeer. Wenn man durch die blühenden Bäume hindurch in den blauen Himmel schaut, ist das einzigartig schön.
Als die beiden zurück nach Berlin gefahren sind, habe ich mich wieder ziemlich allein gefühlt – die Umstellung ist immer schwierig, aber da muss ich durch. Ich habe im Moment auch genug Ablenkung durch meine Hobbies – meine Tiere -. Ein Lämmchen ist sehr krank, so dass ich jeden Tag damit zum Tierarzt fahre, auf die Rechnung bin ich mal gespannt. Es ist bestimmt filmreif, wie ich mit dem Lämmchen in einem Umzugskarton in der Tierarztpraxis auftauche, das Interesse ist immer ganz auf meiner Seite („Was haben Sie denn da in Ihrem Karton?“).
Mein neuer Ganter Kurt ist ein ganz verrückter Kerl. Er nimmt seine Beschützer- und Aufpasserrolle sehr ernst. Jeden Morgen, wenn er und Clara aus dem Stall über den Hof ins Gehege gehen sollten und abends zurück, gab es Krach mit Hündin Stella. Sie hat sich schon zurückgehalten, aber Kurt musste immer hinter ihr her, um sie zu zwicken, bis sie dann ihre 40 auf seine 4 kg geschmissen und ihn auf dem Boden gedrückt hat. Kaum war er wieder hoch, ging er schon wieder auf sie los. Jetzt lasse ich die beiden Gänse Tag und Nacht draußen, ich hoffe, dass auch ein Fuchs keine Chance gegen Kurti hat. Wenn der Ganter auf dem Hof wäre, würde keiner durchs Tor kommen!
Lasst es Euch in diesem schönen Frühling gut gehen!
Eure Renate
P.S. Das kleine Lämmchen ist nun doch eingegangen; es war herzzerreißend, zuzusehen, wie das Muttertier stundenlang neben dem sterbenden Kind stand. Ich weiß wirklich nicht, warum ich immer so ein Pech mit meinen Tieren habe; dies war jetzt der letzte Versuch, ich werde meine Schafe nicht mehr decken lassen. Ein traurig machendes Hobby habe ich mir da ausgesucht.
Ich hoffe, dass es bei Euch keine Kümmernisse gibt! Ciao
17. April 2009
· Gespeichert unter Allgemeines, Leben auf dem Hof · Tagged Blütenrausch, Gottesdienst, Orgel, Osterfeuer, Osterlammbraten, Sauerland, Schwalben, Terrasse, Waldbrandgefahr
Hallo, liebe Freunde!
War das nicht eine wunderschöne Osterzeit? Nach all´den trüben Wochen in den ersten Monaten des Jahres plötzlich Sonnenschein und Wärme! Menschen und Tiere genießen die Sonne, die Pflanzen scheinen nur auf die Wärme gewartet zu haben, Blüten und Blätter entfalten sich im Stundentakt. Dazu freie Tage für alle – und die ersten Schwalben sind da! Was hat man auf diesen Frühling gewartet!
Bei uns war wieder Besuchszeit – Angela, Hardy, Till und Hardys Eltern. Dank des schönen Wetters spielte sich alles draußen auf der Terrasse ab. Am Samstagabend haben wir wie in all den Jahren ein Osterfeuer angezündet, zu dem wir immer unsere Nachbarn einladen. Die Flammen loderten hoch in den Abendhimmel, die Sterne funkelten, es war wunderschön. Im Dorf waren mehrere andere Osterfeuer zu sehen, ein zentrales für alle gab es in diesem Jahr nicht.
Nach Ostern habe ich dann in der Zeitung gelesen, dass im Nachbarkreis die Osterfeuer wegen der Waldbrandgefahr untersagt waren, was haben wir für ein Glück gehabt. Ich war froh, dass Hardy und sein Vater da waren, sie haben das Feuer am Ende sorgfältig gelöscht und vor dem Schlafengehen noch mal kontrolliert. Es ist alles gut gegangen.
Ostern hatte ich Kirchendienst; während ich die Kerzen des Kronleuchters anzündete, spielte Hardys Mutter an der Orgel – sie ist Kirchenmusikerin und hat beim Gottesdienst gespielt. Was für wunderbare Klänge hat sie der Orgel entlockt! Ein „Kleinod“ sei die Gumtower Orgel, hat sie mir mal gesagt. Die ganze kleine Kirche war erfüllt von der erhabenen Musik – es gibt für mich keine schöneren Momente in einer Kirche.
Beim Zubereiten des Osterlammbratens habe ich mir große Mühe gegeben; ich versuchte mich zu erinnern, wie Jens das immer gemacht hat und habe es – glaube ich – ganz gut hingekriegt.
Was für ein schönes Osterfest! Der Garten steht in voller Blüte, ein Blütenrausch ist das; jetzt ist es so schön in Gumtow, dass ich gar nicht woanders sein möchte.
Als Angela und ihre Familie abgereist waren, kamen in der Nacht darauf Stulle und Co. aus dem Sauerland, Stulle und Hannah bleiben ein paar Tage bei mir. So können wir alle diese herrlichen Tage genießen.
Ich hoffe, dass auch ihr schöne Ostertage hattet und grüße euch herzlich – Eure Renate
29. März 2009
· Gespeichert unter Leben auf dem Hof · Tagged Frühjahr, Graugänse, Konrad Lorenz, monogam, Nachbardorf, Pommerngans, Totgeburten, Zwillinge
Liebe Freunde,
ich hab´ euch lange nichts von meinen Tieren erzählt, das hat gute Gründe: es ist nämlich nicht alles so glatt verlaufen wie ich es mir erhofft habe. Mein Ganter Ali ist – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht wieder auf die Beine gekommen; nachdem wir das verletzte Bein bandagiert hatten und ich ihn mindestens 2 Wochen lang jeden Tag morgens aus dem Stall in das Gehege und abends zurück in den Stall getragen habe, musste ich mir eingestehen, dass das so nicht weitergehen kann. Für einen stolzen Ganter ist das kein Leben, so haben wir ihn erlöst und hinten im Garten begraben. An eine Verwertung war gar nicht mehr zu denken, er war vollkommen abgemagert.
Clara war nun allein und schrie nach ihm. Ich musste mich entscheiden, ob ich sie weggeben (verschenken) oder ob ich ihr einen neuen Mann suchen sollte. Ihr Versuch, Ali zu besteigen (ich erzählte davon), war wohl nur dazu gedacht, ihm klarzumachen, was im Frühjahr von einem Ganter erwartet wird …, aber er konnte wirklich nicht mit dem kaputten Bein.
Ich habe mich für die zweite Möglichkeit, also einen neuen Ganter zu kaufen, entschieden und wurde im Nachbardorf fündig. Ich habe ihn abends abgeholt und zu Clara in den Stall gebracht; sie waren zunächst beide ängstlich und hielten Abstand. Einen ganzen Tag lang habe ich sie gemeinsam im Stall gelassen, danach fraßen sie schon zusammen. Er ist auch eine graue Pommerngans, sieht aus wie Ali, ist aber größer. Ich habe ihn Kurt genannt, kann aber sein, dass unsere Enkelkinder sich noch einen anderen Namen ausdenken.
Es ist übrigens nicht gesagt, dass sie so ohne weiteres ein Paar werden: Gänse sind monogamer als so manche Menschen – lest mal bei Konrad Lorenz und seinen Forschungen über Graugänse nach.
Dann habe ich die beiden herausgelassen, Clara ging ihm voran ins Gehege, er ging hinterher (errötend folgt er ihren Spuren…), das wird was mit den beiden, nur Geduld!
Weiterhin haben meine 3 Schafe jetzt gelammt. Mohrchen brachte mit gewohnter Sicherheit Zwillinge zur Welt, die schon munter umhertoben. Susi, ebenfalls eine erfahrene Mutter, brachte auch Zwillinge zur Welt, aber eines davon lag tot im Stroh, das gleiche passierte bei Stummelschwänzchen. Bei Schafen sind tote Junge nicht ungewöhnlich, aber ich bin bei solchen Vorkommnissen immer total niedergeschlagen.
Vier kleine Lämmchen springen jetzt auf der Wiese umher – aber es könnten sechs sein!
Warum habe ich oft so ein Pech mit meinen Tieren? Je mehr Mühe ich mir mit ihnen gebe, desto mehr geht schief.
Ich hoffe, dass bei euch nichts schief geht!
Bis bald, eure Renate.
P.S. Angela hat gelesen, dass bei Schafen, die gegen die Blauzungenkrankheit geimpft wurden, gehäuft Totgeburten vorkommen – ist das möglich??
4. März 2009
· Gespeichert unter Leben auf dem Hof · Tagged animalisch, Bein verstaucht, Fehleinschätzung, Frühlings-Notstand, Gehege, Kochtopf, sich paaren, Tierärztin, Verband
Meine Lieben,
zuletzt habe ich euch erzählt, dass Ali sich ein Bein verstaucht hat und dass ich glaubte beobachtet zu haben, dass er trotzdem versuchte, sich mit Clara zu paaren. Alles falsch – mir ist eine peinliche Fehleinschätzung unterlaufen. Zunächst ist es richtig, dass Ali sich am Bein verletzt hat, und zwar so heftig, dass er vollkommen unfähig zum Laufen war. Wie das passiert ist, habe ich nicht mitgekriegt, das Gehege ist vom Haus aus nicht vollständig einsehbar. Ich habe ihn morgens nach draußen getragen und abends zurück in den Stall, das Bein hing schlaff herunter. Die Tierärztin machte mir wenig Hoffnung. Bevor wir uns aber für den Kochtopf entschieden, hat meine Nachbarin Ulla ihm einen wunderbar festen Verband ums Bein gebunden, und er hat zwei Tage lang nur in einer Wasserschale gesessen. Jetzt tritt er wieder ganz vorsichtig auf, vielleicht ist er doch noch zu retten.
Aber was das Beste ist: Jetzt versucht Clara, ihn zu besteigen, der Arme kann sich in seinem Zustand nicht wehren, muss ihm sehr wehtun. Entweder habe ich doch zwei Ganter erwischt, und Clara leidet unter Frühlings-Notstand, oder Ali ist das weibliche Tier, was ich mir aber bei seinem Gehabe gar nicht vorstellen kann.
Irren ist menschlich – vielleicht aber auch animalisch??
Ich halte euch auf dem Laufenden, eure Renate
P.S. Als es Ali so schlecht ging, habe ich in Berlin angerufen, um meine Enkelkinder darauf vorzubereiten, das Ali evtl. geschlachtet werden müsse. Ich bekam Dita ans Telefon und erzählte ihr vorsichtig von der Misere. Wisst ihr, was sie antwortete: „Dann krieg ich endlich wieder eine Keule, Oma!“ „Du herzloses Wesen“, das war alles, was mir dazu einfiel!
6. Februar 2009
· Gespeichert unter Leben auf dem Hof · Tagged Dresden, Feuchtgebiete, Kachelofen, Prag
Da bin ich wieder!
Heute ist ein kalter, etwas trüber Wintertag, ein Tag zum Lesen am Kachelofen. Dazu habe ich mir ausgerechnet das Buch „Feuchtgebiete“ vorgenommen. Ich dachte, ich lese nicht richtig! Wo gibt´s denn so was? Schon nach ein paar Seiten war ich total angeekelt – wie kann man so etwas Widerwärtiges schreiben?
Und vor allen Dingen – wie kann dieses Volk so begeistert davon sein, dass der Mist schon wochenlang auf der Bestsellerliste auf Platz 1 steht?? Wie tief sind wir gesunken?? Die Würde des Menschen ist unantastbar – dass ich nicht lache! Und ich selber gehöre auch noch zu den Idioten, die das Machwerk gekauft haben.
Ich war nämlich im Dezember zu Besuch bei sehr lieben Freundinnen in Dresden; im Berliner Hauptbahnhof hatte ich Aufenthalt und wollte mir etwas zu lesen holen. Da sah ich das Buch und dachte, ich müsse doch mitreden können, ich hatte ja schon viel darüber gehört. Im Zug saßen mir dann drei junge Männer gegenüber und ich habe mich (zu recht, wie ich jetzt weiß!) geschämt, das Buch vor ihnen zu lesen. Ich hab´s dann einfach zu Weihnachten an Angela verschenkt. Sie war etwas erstaunt: „Ausgerechnet meine Mutter schenkt mit das!“ Sie fing im Weihnachtsurlaub mit dem Lesen an und fand, mehr als drei Seiten auf einmal schaffe sie nicht, jetzt hat sie es mir zurückgebracht – das war ein tolles Weihnachtsgeschenk! Aber jetzt können wir mitreden (und haben auch noch die Auflage gesteigert)!
Übrigens: Ich war von Berlin aus in 2 Stunden in Dresden (kein ICE) und wäre 2 weitere Stunden später in Prag gewesen. Ein paar Tage in Prag – das wär´ doch mal was! Aber allein? Fährt jemand mit mir?
Merke: Bestseller müssen nicht zwangsläufig zum Lesen am Kachelofen geeignet sein! Eure Renate