Archiv für Familie

Ein besonderer Tag

Hallo Ihr Lieben,

heute Abend habe ich wie immer vor dem Schlafengehen Stella noch einmal in den Garten gelassen und von der Terrasse aus den Sternenhimmel angeschaut: ein unglaubliches Sternenmeer über mir, die Milchstraße ganz deutlich, der große Wagen und die hell leuchtenden großen Sterne, deren Bezeichnung ich kaum kenne – da lebt man schon so lange auf dieser Erde und weiß nicht einmal ihre Namen…

Die Wildgänse ziehen jetzt wieder nach Süden, am Tage und auch nachts hört man ihre Rufe … aber nicht nur deswegen bin ich heute Abend ein wenig wehmütig:

„In einem Land vor dieser Zeit“ habe ich vor vielen Jahren unser erstes Kind, Angela, zur Welt gebracht, ein gesundes kleines Mädchen, nun selbst schon Mutter….

Aber ihr wisst ja – immer nach vorne schauen:

Am Wochenende gibt es eine große Feier in Berlin. Angela  hat ganz viele Freunde von früher eingeladen, die ich natürlich auch kenne, ich freue mich schon sehr, sie alle zu treffen.

Ich werde euch berichten! Macht´s gut, Renate

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Reisebericht V – Weserbergland

Reisebericht V – Weserbergland

Einen habe ich noch!

Von Elspe aus fuhr ich zur letzten Station meiner Reise, ins Weserbergland. Aus dieser Gegend stammt die Familie meiner Mutter (ich war sozusagen auf der Suche nach meinen Wurzeln, obwohl die hinreichend belegt sind). Es war eine ziemliche Gurkerei, nur Landstraßen. Meine Cousine, die zum Vettern- und Cousinentreffen eingeladen hat, lebt sowohl in Paris als auch in Stadtoldendorf, sie pendelt monatlich hin und her. Sie ist schon recht betagt, aber auch sehr fit, wirklich erstaunlich, was sie noch schafft.

Ich liebe das alte Haus, in dem sie lebt; ich schätze, dass es aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist, solide gebaut, in wunderbarer Lage. Eingerichtet ist es mit den schönen alten Möbeln ihrer Eltern, alles so zeitlos schön.

Beim Vettern- und Cousinentreffen (müsste ja eigentlich Vettern- und Basentreffen heißen) traf ich wieder meine Brüder mit ihren Frauen sowie fast alle Vettern und Cousinen mütterlicherseits. Es sind auch immer welche da, die ich nicht kenne, mit denen ich aber auch blutsverwandt sein soll, von meiner Großmutter her, verstehe ich aber immer nicht. Ich habe Glück und Pech zugleich: ich bin die Jüngste der ganzen Generation, was einerseits ja sehr angenehm ist, aber viele Ereignisse, von denen die anderen erzählen, kenne ich nicht, das wurmt mich immer.

Im übrigen – Hochachtung vor dieser Sippe: es sind alles einwandfreie Familien, keine Skandale, nichts Unredliches, nichts Verlogenes, einfach tadellos und auch ein wenig elitär. Ich fühle immer eine große Hochachtung vor allen, dass sie so gradlinig ihre Lebenswege gehen.

Zwei Nächte habe ich in dem schönen alten Haus bei meiner Cousine geschlafen, dann habe ich mich auf den Rückweg begeben – ging wieder alles problemlos gut.

Als ich nachmittags in Gumtow ankam („hier möchte ich nicht tot über´m Zaun hängen“, hat mein Bruder gesagt, als wir den so umfassend sanierungsbedürftigen Hof gekauft haben), war ich sofort wieder überwältigt von der Schönheit des Hofes und von der Blütenpracht im Garten.

Als ich dann noch von Ganter Kurt angefaucht wurde und die Schafe an den Zaun kamen, um gestreichelt zu werden und als dann noch Nachbar Pauli Stella zurück brachte, die bei ihm während meiner Abwesenheit in Pflege war, war alles wieder im Lot.

Ich hatte eine schöne Zeit, aber hier ist mein zuhause.

Ich hoffe, auch ihr wisst euer zuhause zu schätzen!

Bis bald, eure Renate

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Reisebericht II – Lippe

Reisebericht Teil II – Lippe

Ihr Lieben,

am Morgen nach der Geburtstagsfeier meines Bruders fuhr ich weiter zu meinen Freunden Gertrud und Friedhelm, die auf einem alten „Meierhof“ in der Nähe von Bad Salzuflen leben (schaut mal bei Wikipedia nach, ob die wissen, was „Meierhof“ bedeutet, sonst muss ich es euch erklären).

Wir haben an einem Tag einen Ausflug zum Hermanns-Denkmal gemacht, in diesem Jahr jährt sich die Varusschlacht doch zum 2000.sten Mal, der gute Hermann und alles rundherum war entsprechend aufgefrischt worden.

Dabei fiel mir ein, das die Familie meines Vaters aus dieser Gegend stammt. „Wisst ihr, wo Wülferheide liegt?“, fragte ich meine Freunde, „dorther stammt doch meine Großmutter, eine geborene Sander.“  Es war gar nicht weit weg, und so fuhren wir hin. Ich wusste keine Straße, konnte mich nur an ein Fachwerkhaus mit einem großen Baum davor erinnern, als Kind war ich mal dort. Wir fragten einen älteren Mann vor einem Bauernhaus und – o Wunder – er sagte: „Der Sanderhof – da hinten das weiße Haus!“

Leider war niemand da; es war auch nicht mehr das alte Fachwerkhaus, sondern ein neueres Gebäude, rundherum alles sehr gepflegt. Aber an der Seite des Hauses hatte man die Eichenbalken, die über der Dielentür des alten Fachwerkhauses gewesen waren, angebracht: „Am .. 1880 haben Friedrich Sander und Johanne Kampmann dieses Haus aufgerichtet.“ Diese beiden Namen sind als Eltern meiner Großmutter im Familienbuch eingetragen. Dann folgt noch der Spruch, der an vielen alten Bauernhäusern eingeschnitzt war: „Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden.“

Ich habe einen Zettel mit meinem (Geburts)-Namen und meiner Telefonnummer durch den Briefkasten geworfen und um Anruf gebeten, mal sehen. Ich erzähl´s euch dann.

Lasst es euch gut gehen! Eure Renate

P.S. Ein paar Tage nach meiner Rückkehr hat der jetzige Besitzer des Hofes, Herr Scherfeld,  tatsächlich angerufen! Es gibt keine Sanders mehr, der letzte männliche ist gefallen, seine Schwester hat Herrn Scherfeld geheiratet, die Ehe blieb kinderlos. Herr Scherfeld ist schon ein älterer Herr, ich fand es sehr nett, dass er zurückgerufen hat. Ich soll bei meinem nächsten Besuch in Lippe unbedingt bei ihm vorbeikommen – aber wann wird das sein??

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Frühaufsteher

Meine Lieben,

ich hab´ wieder ein Familienwochenende hinter mir – mit 5 Kindern (1 wildes fremdes dabei), ihren Eltern und schlechtem Wetter an diesem letzten Märzwochenende! Ich freue mich bestimmt immer, wenn die Berliner hier einfallen, aber diesmal war es wirklich grenzwertig. Bei schönem Wetter merkt man die Kinder kaum, aber es hat genieselt und geregnet, was das Zeug hielt, die Kinder, ihre Schuhe, ihre Kleidung, alles nass und matschig und dann immer hinein und hinaus. Von der lieben warmherzigen Großmutter wird verständnisvolles Lächeln vorausgesetzt, dieser Erwartung bin ich auch größtenteils nachgekommen, wenn´s auch zuweilen schwerfiel, zum Beispiel, als ich bemerkte, dass meine guten Handschuhe als Torwarthandschuhe benutzt und nun reif für die Mülltonne waren.

Zu dritt haben die Großen im Schlafzimmer geschlafen, morgens um 6 waren sie wach und haben derart getobt, dass ich glaubte, meine Betten seien reif für den Sperrmüll.

Ich schlief mit den Kleinen im Gästezimmer. Lange Zeit vermisse ich schon die Schlafgeräusche eines anderen Menschen neben mir, aber das Atmen eines Mannes ist nicht zu vergleichen mit den Schnuller-Schmatzgeräuschen von Kleinkindern – auch um 6 Uhr wach -.

Für jemanden, der nun schon etliche Jahre in Brandenburg lebt, ist frühes Aufstehen eine leichte Übung, die Brandenburger sind nämlich die Frühaufsteher der Nation, das färbt im Laufe der Jahre ab.

Beim Bäckerwagen holte ich 20 Brötchen und 15 Knüppel und natürlich Kuchen (währenddessen hatte Hannah die Seife im Bidet zerquetscht, aufgelöst und weggespült) und war schon kaputt, bevor die Herrschaften Eltern gähnend erschienen – aber allen anderen ging´s gut – das hat die warmherzige liebe Großmutter doch gut gemacht, oder?

Es ist das Salz der Erde, glaubt´s mir, eure Renate

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Hessische Dörfer

Hallo, liebe Freunde,

ich wollte ja noch einmal auf das hessische Dörfchen, Schwiegertochter Emmis Heimatort, zu sprechen kommen.

Wir trafen im letzten Sommer nachts dort ein, so dass  von der Landschaft nichts zu erkennen war. Als ich am anderen Morgen die Jalousie des Schlafzimmerfensters hochschob: … oh, Berge!! Für jemanden, der lange Jahre im  Sauerland gelebt hat, ein vertrauter, ein entzückender Anblick! Wir haben auch einige Jahre am Niederrhein gewohnt, die flache Landschaft dort mochte ich ebenfalls und ich liebe sie auch jetzt in der Prignitz (das Land hier ist so flach, dass man donnerstags schon sehen kann, wer sonntags zu Besuch kommt…), aber mal wieder Berge zu sehen, war toll.

Das war der erste angenehme Eindruck vom Vogelsberg, der nächste war die überaus große Herzlichkeit der Menschen dort – ich erzählte schon davon -, aber einen noch nachhaltigeren Eindruck hinterließ bei mir der Dialekt, der dort gesprochen wird! Ich finde es prima, wenn Menschen noch in ihrem heimatlichen Platt sprechen, aber ich konnte überhaupt nichts verstehen!

Stulle und mir gegenüber sprachen natürlich alle (hessisch eingefärbtes) Hochdeutsch, aber untereinander redeten sie platt – da stehst du im Wald und bist hilflos und baff.

Ein Rätsel für euch: Emmis Mutter fragte mich, ob es mir im Bett warm genug gewesen sei oder ob ich ein Kolter brauche – was ist das?

Nun überlegt mal schön! Eure Renate

P.S. Ich bin ja nicht so – es ist eine Decke!

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Hessische Schwiegertochter

Hallo, meine Lieben!

Vor einiger Zeit habe ich euch versprochen, noch etwas über Stulles Lebensgefährtin Emmi, meine „hessische Schwiegertochter“, zu erzählen. Sie ist eine patente junge Frau mit einem feinen Gespür für die Gefühle und das Verhalten ihrer Mitmenschen. Durch ihren Beruf hat sie viel mit sozialen Randgruppen zu tun, was ihr manchmal sehr zu schaffen macht. Sie ist vor einigen Jahren aus Hessen nach Berlin gezogen, weil sie in der Hauptstadt viele Freundinnen und Freunde und natürlich … Stulle! hat.

Im vergangenen Sommer hatte ihr Vater in Hessen einen runden Geburtstag und ich war mit eingeladen. Ich kannte Emmis Eltern schon von ihren Besuchen in Berlin und auch bei uns in Gumtow, ich hatte sie sehr schätzen gelernt. Stulle grault sich immer vor den Besuchen in Hessen, weil das ganze Dorf dort voller Verwandter Emmis ist, die natürlich die kleine Hannah sehen wollen und dabei auch auf den Berliner Schwiegersohn Blicke werfen. Es ruft bei ihm Unbehagen hervor, so im Mittelpunkt der Neugier zu stehen, obwohl er sich durchaus sehen lassen kann, wie ich euch schon berichtete. Außerdem kennt er solche Ansammlungen von Verwandtschaft nicht, unsere Familie hat sich schlecht vermehrt und ist überschaubar klein.

Im Gegensatz zu ihm kam ich mit allen wunderbar zurecht, so viele liebe und herzliche Menschen zu treffen, hat mir das Herz gewärmt. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt, das hat auch Stulle ein bisschen mitgezogen.

Seine Schwiegereltern tun mir immer leid, Emmi ist ihre einzige Tochter und Hannah nun auch ihr einziges Enkelkind … und Berlin ist weit weg.

Über das hessische Dörfchen demnächst noch mehr.

Für heute alles Gute, eure Renate

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Prinzessin Hannah

Hallo, meine Lieben,

ich habe euch schon öfter von unseren Kindern und ihren Familien berichtet, dabei aber hauptsächlich über Angelas Bande, weiß auch nicht, warum. So will ich heute mal  über unseren Sohn Stulle, seine Partnerin Emmi und ihr gemeinsames Kind Hannah berichten.

Zunächst einmal: Er hat von uns einen sehr schönen Vornamen erhalten, und ich ärgere mich immer, dass er von allen Stulle genannt wird; das muss so eine Berliner Figur sein, klein und schmächtig. Stulle ist aber groß, schlank und sehr sportlich; wenn man ein Kind so gut hingekriegt hat, ärgert man sich doch über einen so verfälschenden Spitznamen! Aber es ist zu spät, er wird eben so gerufen.

Stulle wohnt ebenso wie Angela am Prenzlauer Berg; manchmal ist es ihm peinlich, in einer solchen schicki-micki-Gegend zu wohnen, als er hingezogen ist, war das noch nicht so.

Emmi und Stulle sind beide in sozialen Berufen tätig und arbeiten beide nicht Vollzeit – denn es gibt ja seit gut 2 Jahren Prinzessin Hannah!

Dazu darf ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern:

Vor ca. 3 Jahren machten Jens und ich eine ganz, ganz tolle China-Reise. Als wir abends mit anderen Reisenden zusammensaßen und über unsere Familien sprachen, erzählte ich unter anderem, dass sich die Freundin unseres Sohnes ein Kind von ihm wünsche, er das aber nicht möchte, die Verantwortung sei ihm zu groß, ob man nicht noch warten könne usw. usw. (Das ist heutzutage ein weit verbreitetes Phänomen, die Kerle mögen wohl die Machart, aber nicht die Folgen.) Als ich das also erzählt hatte, kriegte sich der Mitreisende neben uns nicht mehr ein:

„Das gibt´s doch nicht!! Das ist doch das größte Kompliment, welches man einem Mann machen kann – was ist denn das für ein Trottel?“

Nun, um es kurz zu machen: Emmi setzte sich durch und so wurde Hannah geboren – und wer ist der beste Vater der Welt?! Dreimal dürft ihr raten! Er macht alles mit dem Kind, er kann alles, das ist natürlich auch seinem Beruf zu verdanken. Hannah ist aber auch wirklich eine Prinzessin – niedlich, drall und kess  – und sie weiß schon sehr genau um ihre Wirkung, vor allem auf ihren Vater, der aber bei aller Liebe auch streng sein kann. Emmi ist da nachgiebiger, wie Mütter eben so sind.

Über Emmi, unsere hessische Schwiegertochter, werde ich Euch bei Gelegenheit noch mehr erzählen.

Adieu, bis bald, Eure Renate

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Geburtstagsfeier

Hallo Freunde – da bin ich wieder!

Als ich am Morgen meines Geburtstages aufwachte, dachte ich zuerst daran, dass dieses schon der zweite Geburtstag ohne Jens ist … sofort war da wieder der dicke Kloß im Hals … reiß dich zusammen, Renate, muss ja keiner wissen, wie weh das noch immer tut … ab unter die Dusche…

Ich wollte euch doch von meinen Geburtstagsfestivitäten berichten, geht gleich los:

Mein Übernachtungsbesuch (meine alte Freundin Gertrud und ihr Mann Friedhelm) und ich mussten an diesem Tag früh aufstehen, wir wollten nämlich mit dem Zug zum Brunch nach Berlin (man gönnt sich ja sonst nichts). Mit von der Partie waren noch Sonja und Bernhard und meine Freundin Antje aus Kyritz. Wir sind mit einem Brandenburg-Ticket und einer Einzelfahrkarte ab Neustadt(Dosse) losgefahren nach Berlin Hbf, von dort mit einer Großraumtaxe zum Restaurant mitten in den Kreuzberger Kiez. Im Zug haben wir mitgebrachten Sekt und Bier (natürlich für  Bernhard) zu uns genommen und mit dem Schaffner herumgeblödelt  – warum er drei rote Streifen auf der Uniform habe? „Das heißt, dass ich lesen, schreiben und rechnen kann“, erklärte er uns. So ist das also!

Im Restaurant kamen dann noch Angela und Stulle (das ist unser Sohn) mit ihren Familien dazu. Das Lokal war gewählt worden, weil dort ein Spielzimmer für Kinder vorhanden ist, dann kann man in Ruhe erzählen und essen. Waren dort viele Kinder! Kinder an der Brust, im Kinderwagen, krabbelnd auf dem Boden, spielend im Spielzimmer – alle friedlich, kein Schreien, kein Kreischen, entspannte Atmosphäre, unglaublich, eben Berlin. Angelas erster Mann, unser Ex-Schwie-So Ulf aus Zürich, kam auch noch dazu, da er an diesem Wochenende seine Kinder Ben und Dita hatte. (Ich hatte früher mal einen Kollegen, der immer von seiner Ex-Schwie-Mu sprach, das fand ich schrecklich, inzwischen bin ich selber Ex-Schwie-Mu). Diese  gute neue Zeit lehrt einen Dinge, die man nie für möglich gehalten hätte …

Am Nachmittag dann retour nach Neustadt und nach einem kurzen Ausflug auf den immer noch zugefrorenen Kyritzer See nach Hause aufs Sofa.

Ich hatte dann praktisch jeden Tag der Woche Besuch – die Nachbarn, die Sportgruppe usw. -,  immer verbunden mit Kaffee trinken und Kuchen essen, klar. Ganz besonders gefreut habe ich mich aber über den Besuch des Lokalreporters unserer Tageszeitung, der auch zum Gratulieren kam. Ich bewundere immer, wie er sowohl über ganz banale als auch über komplizierte Sachverhalte in einer flüssigen und leicht verständlichen Art und Weise berichtet.

Nun ist alles wieder vorbei, es war sehr schön. Dank an alle, die an mich gedacht haben!  Ein Wermutstropfen: Mein Pfunde auf den Rippen haben sich gesteigert, meine Pfunde auf dem Konto haben sich verringert – such is life!

P.S. Sehr schön war auch, dass mir 2 Ständchen gesungen wurden: Auf der Rückfahrt von Berlin trug Gertrud mit ihrer schönen klaren Stimme den noch folgenden Text vor und am Tag nach meinem Geburtstag kam morgens auch ein langes schönes Lied per Telefon von einer Freundin aus Hessen; das war toll!

Lied: Freu Dich über jede Stunde
Melodie: Freude schöner Götterfunken

Freu Dich über jede Stunde,
die Du lebst auf dieser Welt.
Freu Dich, dass die Sonne aufgeht
und auch, dass der Regen fällt.
Du kannst atmen, Du kannst fühlen,
kannst auf neuen Wegen gehen.
Freu Dich, dass Dich and´re brauchen und
Dir in die Augen seh´n.

Freue Dich an jedem Morgen,
dass eine neuer Tag beginnt.
Freu Dich an den Frühlingsblumen
und am kalten Winterwind.
Du kannst hoffen, Du kannst kämpfen,
kannst dem Bösen widerstehn.
Freu Dich, dass die dunklen Wolken
Irgendwann vorübergehn.

Freue Dich an jedem Abend,
dass Du ein Zuhause hast.
Freue Dich an schönen Stunden
und vergiss die laute Hast.
Du kannst lieben, Du kannst träumen,
jemand kann Dich gut verstehn.
Freu Dich über jede Stunde,
denn das Leben ist so schön.

In diesem Sinne – Eure Renate

Kommentare (1):

Familienbesuch

Hallo, liebe Leute !

An diesem Wochenende waren meine Kinder und die kleineren Enkel hier. Wenn die Hof und Haus betreten haben, sieht es nach 5 Minuten wie in einem Feldlager aus: Taschen, Tüten, Mäntel, Schuhe verteilen sich über die ganze Wohnung, die (zuweilen etwas fragwürdige) Gemütlichkeit einer Großfamilie zieht ein. Der hübsch mit Decke und Schale dekorierte Wohnzimmertisch muss abgeräumt werden, weil die Enkel Hannah und Till ihn als Sprungbrett auf die Sessel und Sofas nutzen möchten. Kachelofen und Treppe müssen im Auge behalten und zahlreiche Gegenstände oben auf die Schränke verlagert werden, damit sie das Wochenende überstehen…

Am meisten leiden muss die arme Stella, die von den beiden regelrecht verfolgt wird. Gut, dass sie geduldig ist.

Wir Erwachsenen haben uns viel zu erzählen, das geht aber eigentlich nur, wenn Hannah und Till schlafen.

Wir kochen abwechselnd, je nach Lust und Laune. Ich koche weder gut noch gerne, aber ich hatte in Kyritz einen ganzen Dorsch erstanden, den ich so zubereiten wollte wie Jens das immer gemacht hat: den Rücken mit Speck spicken, den Fisch mit Zwiebeln, Tomaten, Gewürzgurken, Küchenkräutern füllen bzw. umlegen und dann ab in den Backofen, mit Brühe aufgießen, später mit Weißwein ablöschen, dazu Kartoffelpüree und Broccoli. Am Sonntag hat Emmi zum ersten mal Kohlrouladen probiert, gewickelt haben wir dann alle mehr oder weniger geschickt, hat auch prima geschmeckt.

Wenn die Bande am Sonntagnachmittag abrückt, bin ich gleichzeitig traurig und erschöpft, es wird so leer und still im Haus. Trübe Gedanken muss ich dann durchs Aufräumen vertreiben.

Lasst es euch gut gehen! Eure Renate

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